FRIEDLISBERG · Mit dem Kindernachmittag und dem Filmabend hat das diesjährige Peace Mountain Open Air begonnen
Das Peace Mountain Festival setzt auf Fantasie statt auf Schneller-grösser-teurer. Und wohl gerade darum kommen jedes Jahr noch mehr Kinder zum Kindernachmittag, der dem Open Air vorausgeht.
Wenn man auch nur auf ein bisschen Treue hoffen kann, so hat das Peace Mountain Open Air bestimmt genug Publikum für die nächsten 20 Jahre. Jedenfalls war das Festgelände auf dem Friedlisberg schon am Kindernachmittag beachtlich dicht bevölkert. Von Friedlisberg Dorf her zog sich ein steter Strom von Kinderwagen und (zahlreicher) Autos zum Waldrand hin. Kein Wunder, bildeten sich bei den beliebtesten Vergnügungsmöglichkeiten Schlangen: Vor dem Schminkstand, dem Ponyreiten oder dem Trampolin. Auch der Märliwagen und die Sirupbar, die Gumpiburg, der Bastelstand oder das Malatelier waren gut ausgelastet. Während in der Schminkstube aus Nadja und Sven Schweinchen und Kätzchen wurden, gestalteten Nachwuchskünstler im Malatelier Stoffbahnen mit farbenfrohen Motiven. Diese Stoffbahnen wurden anschliessend auf Holzrahmen aufgespannt und stehen jetzt bis zum Sonntag dort, wo bei anderen Festivals die Bierwerbung hängt: Sie sind Teil des unschlagbar fantasievollen (und werbefreien) Gesamtkunstwerk Peace Mountain.
Bereits die Kleinen kamen übrigens in den Genuss von richtiger Open-Air-Atmosphäre: Der Oltner Liedermacher Christian Schenker trat am Nachmittag für sie auf der Sarasanibühne auf. Der Kindernachmittag hat übrigens inzwischen Tradition, ist aber nicht ganz so alt wie das Festival selber. «Wir hatten mal eine Kindergärtnerin im OK, und seither haben wir den Kindernachmittag», lacht Mäge Müllhaupt. Ganz neu hingegen ist der Filmabend: Am Abend zeigte Filmemacherin Andrea Billeter ihren Film «boulot gagne pain - über das tägliche Brotverdienen in Ouagadougou».
Ab heute Abend auch für die Grossen
Seit über einer Woche sind rund 20 Leute am Aufbauen der verschiedenen Zelte, Bühnen, der Infrastruktur überhaupt. Die meisten von ihnen verbringen so zwei Ferienwochen und wohnen gleich in Zelten auf dem Friedlisberg. Und heute Abend geht es nun los mit der Hauptsache: Irish Folk - Ska Punk - Hardcore - Rock heisst das Einstiegsszenario, und «An Lár», «Elvis Jackson», «Prejudice» und «Flower» sind die Namen dazu. Wer es ein wenig besinnlicher mag, ist vor der kleinen Bühne im Sarasanizelt gut aufgehoben. Für einen fliessenden Üibergang in den nächsten Morgen sorgen dieses Mal die DJs vom Bremgarter Subway Club, samt der Nachtbar.
Für den Samstag macht das Programm dann einen ein wenig leichtfüssigeren Eindruck mit Salsa vom «Orquesta Afincando», Funk von «Caffecorretto», Newcomer-Pop von «Chrysalis» und Ska von «Skalariak», bevor «Bubblebeatz» mit ihren Abfall-Instrumente-Sound auftreten.
Und am Samstag um 10 Uhr geht es schon wieder weiter mit dem Jazz-Brunch, selbstverständlich wieder nach einer musikalischen Nachtbar. Am Freitag ist übrigens um 19 Uhr und am Samstag um 17 Uhr offizieller und etwas später jeweils tatsächlicher Startschuss oder besser -ton. Tickets gibt es genügend an der Abendkasse, und sie sind genauso preiswert wie das erfahrungsgemäss ausgezeichnete Essen. Und die einzigartige Stimmung gibt es gratis dazu.
Quelle: Aargauer Zeitung vom 23. August 2002
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