Friedlisberg Vom 22. bis 24. August findet auf dem Friedlisberg erneut das «Peace Mountain Open Air» statt
Eine Welt ist nicht genug.» Das zumindest denken die Köpfe hinter dem Peace Mountain Open Air Festival auf dem Friedlisberg. Sehr poetisch beschreiben sie das Open Air als «ein Gebilde, das auf einem Traum basiert, der Traum einer Welt, in der viele Welten Platz finden».
Im Jahre 96 wurde das Peace Mountain Open Air geboren. Noch in den Kinderschuhen glich das Festival einem eintägigen Konzertabend unter freiem Himmel - inklusive Freibier. Die Idee mit dem Freibier musste in den darauffolgenden Jahren zwar über Bord geworfen werden, trotzdem blieb sich das Open Air auf dem Berg in vielen anderen Beziehungen von Anfang an treu. Die liebevolle Dekoration, die ausnahmslos in eigener Handarbeit gefertigt wird, wie auch die kommerzielle Unabhängigkeit - keine Sponsoren, nur Gönner - wurden bald zu den Markenzeichen dieses Open Airs. Nicht nur äusserlich, sondern auch in der Organisation gab es schon immer gewisse Prinzipien. Von Hierarchie hält man nicht viel, Transparenz steht im Vordergrund. Auch wenn dadurch manchmal chaotische Zustände herrschen, möchte man nicht darauf verzichten, dass jeder seine Ideen einbringen und seine Meinung äussern darf. Peace Mountain ist nicht nur ein Open Air, es ist eine Lebenseinstellung. Einmal im Jahr lassen die Organisatoren die Öffentlichkeit an diesem Lebensgefühl teilhaben, jeweils im August präsentiert sich das Open Air Friedlisberg in seiner Einmaligkeit. Man taucht in eine friedliche Welt von Kunst ein. Ein breites Programm von regionalen wie auch überregionalen musikalischen Acts präsentiert sich auf der Bühne oder im Sarasanizelt. Man braucht keine grossen Namen, denn die Atmosphäre passt. Den Freunden von kulinarischer Unterhaltung bieten sich verschiedene Stände an, dem Auge ein Gelände von Zelten und Ständen, die mit Liebe zum Detail selbst gebaut wurden, ein Jahrmarkt der Kunst, der zum Schwelgen einlädt.
Ein erfolgreiches Konzept, das sich von vergleichbaren Grossanlässen bewusst unterscheiden soll. Die Grösse und das Konzept überzeugen. Neue Ideen werden trotzdem immer entwickelt, und so soll der Besucher in Zukunft noch mehr in das Programm einbezogen werden. Es sollen nicht nur Konzerte und Attraktionen zum Zuschauen, sondern auch Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung während des Open Airs angeboten werden. Zudem setzt sich das OK zum Ziel, immer neuen Kulturschaffenden und sonstigen Unterhaltungskünstlern aus der Region eine Plattform zu bieten. Die Welt des Peace Mountain lädt Mann und Frau ein, eigene Welten zu präsentieren.
Die Einzigkeit dieses Anlasses wird dadurch unterstrichen, dass versucht wird, von Jung und Alt alle zu berücksichtigen. Die Mitglieder des OK nehmen jeweils ganze zwei Wochen frei und setzen Tag und Nacht für den Schöpfungsakt ihrer Welt ein. Am Mittwoch vor dem eigentlichen Open Air werden die Pforten für die Kleinen geöffnet, während eines ganzen Nachmittags steht der Friedlisberg im Zeichen der Kinder. Aber auch die reifere Generation soll berücksichtigt werden, und so entstand die Idee des Jazz-Brunch. Man wollte sich zudem bei den Anwohnern auf dem Friedlisberg für deren Verständnis erkenntlich zeigen - denn es ist nicht ausgeschlossen, dass manche nächtlichen Träume durch heftige Ska-Schwankungen ins Wanken geraten können. Eingeladen werden also nicht nur Open-Air-Besucher, sondern alle, die einen gemütlichen Sonntagmorgen erleben wollen. (mh)
Quelle: Aargauer Zeitung vom 28. Juli 2003
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