Das kleine, feine Open Air gedeiht prächtig

Das 4. Peace Mountain Open Air lockte knapp 1000 Besucherinnen und Besucher auf den Friedlisberg

Das 4. Peace Mountain lockte am Wochenende beinahe 1000 Besucherinnen und Besucher auf den Friedlisberg. Der Kindernachmittag am Mittwoch war ein riesiger Erfolg. Am Freitag wurde zu Goa Musik bis Samstagnachmittag durchgetanzt und am Abend folgten dann weitere Bands, die zu begeistern wussten.

vb. Was lange währt, wird endlich gut, obwohl die Zeichen schlecht standen. Aufgrund des schlechten Wetters stand das geplante Kornfeld nicht zur Verfügung, es musste kurzfristig ein Ersatzgelände gefunden werden. So begann man schon mit Verzögerung, die bis am Freitag nicht aufzuholen war. Zudem wurde am Mittwoch erstmals ein Kindernachmittag durchgeführt. Mit Märliwagen, Hüpfburg und diversen Spielen wurden die Kids verwöhnt, und auch die Eltern schienen sich wohl zu fühlen.

Erster Ton erst kurz vor Mitternacht

Am Freitag eröffneten die Lokalmatadoren 'Strange Shape' aus Bremgarten das Open Air erst kurz vor Mitternacht, da die Technik gewisse Probleme bereitete. Ihr Auftritt begeisterte, wenn auch Lieder wie 'Blue Elefant' fehlten. Dann kam der DJ und Producer Kilian Horvath auf die Bühne, um ein Experiment zu wagen. Es wurde versucht, Goa Techno und Instrumental Musik zu vermischen. Dies gelang nur manchmal. Danach ging es dann mit den DJ's Rocco und Claus weiter. Sie liessen die Bässe über das Feld pumpen, und die Leute tanzten bis zum Umfallen. Der Sound war klar, obwohl er sehr laut war.

Den Anfang am Samstagnachmittag machte der Afrikaner T. Dixkson, der sich selber auf der Gitarre begleitete und Reaggae spielte. Dass das Konzept des Jazz auch auf andere Stilrichtungen anwendbar ist, zeigten 'Mission Ohrwurm'. Sie spielten bekannte Stücke aber mit viel Improvisation und vielen Solos. So konnte man Stücke hören, die wohlbekannt aber gleichzeitig auch fremd waren. Härter zur Sache ging das Hardcore Trio von 'Inocent FF', die dem Publikum erstmals so richtig einheizte. Vor den grossen Drei spielten 'Faunton'. Keiner Stilrichtung verpflichtet, spielten sie alles, was ihnen gefiel, liessen Samples einspielen und arbeiteten gar mit einem DJ zusammen. Mit Spannung wurde 'Leech' aus Zofingen erwartet. Ihr kerniger, Psyochodelic Rock zeigte, dass die Gitarrenusik doch noch nicht am Ende ist.

Mich Gerber als Höhepunkt

Unbestrittener Hauptakt des Abends war Mich Gerber und seine Band. Am Kontrabass verzauberte er das Publikum mit seinem gefühlvollen Trip Hop. Er ist einer der wenigen, die es geschafft haben, etwas wirklich Neues zu machen. Es gibt wohl keine andere Band mit der Zusammensetzung Schlagzeug, Kontrabass und DJ.

Den Abschluss bildeten 'Milk means Milk' aus Rudolfstetten. Erstmals wurde ihr intelligenter Hard Core vom Sänger Andre Ourednik unterstützt, was noch mehr Abwechslung brachte. Dem Publikum gefiel es, nachdem Mich Gerber eher ruhiger Natur war, konnte man nochmals voll aufdrehen. Im zweiten Teil ihres Sets wurde dann gerappt und gefreestylt was das Zeug hielt.

So ging eine lange Nacht zu Ende, aber nicht das Open Air, denn am Sonntag spielte 'Magic Thursday' zum Brunch auf. Mit ihrem Jazz sorgten sie für einen genussvollen Abschluss des kleinen, aber feinen 4.Open Airs auf dem Friedlisberg.

Quelle: Bremgarter Zeitung vom 24. August 1999


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