Friedlisberg Verregnetes, kühles und dennoch gelungenes 10. Open Air Peacemountain mit 4000 Besuchern
Obwohl das Wochenende kühl und verregnet war, kamen rund 4000 begeisterte Besucher auf den Friedlisberg. Kein Wunder, denn auch das 10. und vorläufig letzte Open Air Peacemountain brillierte mit kreativem Charme.
Die Pfahlbauer wären neidisch geworden, hätten sie das Peacemountain-Open-Air besuchen können. Holzbauten in allen Formen und Farben, meist zwei oder drei Stockwerke hoch, wurden von den vielen freiwilligen Helfern in den letzten zwei Wochen aufgebaut. Das Kaffee- und-Kuchen-Zelt ragte wie eine Haifischflosse aus dem Feld, das immer mehr zu Sumpf wurde. Der matschige Boden tat aber der Tanzfreude der Besucher keinen Abbruch.
Als Erstes heizte die Hamburger Streetfolkcombo Kontradiction mit treibendem Sound dem Publikum tüchtig ein. So richtig warm wurde es den Zuhörern, als die Band Asphaltjungle die Bühne betrat. Die Schweizer Drum-'n'-Basser beeindruckten mit energievollem Sound, der jedoch durch die mangelnde Bühnenpräsenz des Sängers Billy Oden nicht voll zur Geltung kam. Ganz anders Kärtsy Hatakka, Bassist und Sänger von Waltari. Halb Clown, halb Rocker wuselte er über die Bühne und interpretierte den Metal-Rock auf seine Weise. Immer einen Tick daneben, anders, aber unerklärlicherweise immer passend.
lokale bands auf nebenbühne
Auch auf der Nebenbühne war einiges zu hören. Vor allem die Lokalmatadoren von Prisma und Strange Shape zogen das Publikum in den Bann bis es hell wurde.
Am Samstag eröffneten Martin Jondo und seine Reggae-Truppe das musikalische Programm. Es ging weiter mit zigeunerischen Klezmerklängen von Los Yukas. Ein erstes Highlight des Tages setzten die Basken von Root System. Mit einer aussergewöhnlichen Mischung aus Ska und Rock begeisterten sie die Zuhörer. Ein bisschen ruhiger wurde es bei Mellow Mark mit seinen engagierten Texten. Den Abschluss auf der Hauptbühne bestritten die Lausanner Metal-Rocker Underschool Element, die sich in den vergangenen Jahren in die Herzen der Zuhörer gespielt haben.
Auf der Nebenbühne war derweil ruhigere Musik zu geniessen. Vor allem das Luzerner Trio Tratosphäre spielte faszinierende Musik mit satten Grooves. Und an der Nachtbar legten die Bremgarter DJs XV Kilist und Rocco bis tief in den Morgen Goa auf.
selbermachen als philosophie
Wichtig am Peacemountain ist immer die Atmosphäre des Miteinanders und Selbermachens. So wurden die Würste von den Besuchern selber gebraten und die Teller an der farbenprächtigen Waschstrasse gereinigt. Nicht nur darin zeigte sich das Umweltbewusstsein der Veranstalter, sondern auch am Recycling-system und den mit viel Aufwand gebastelten tragbaren Aschenbechern. So war auch das vorläufig letzte Peacemountain-Open-Air trotz des Regens ein voller Erfolg.
Quelle: Mittelland Zeitung vom vom 22. August 2005
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